Castellana

Castellana

Geschlecht:Hündin, kastriert
wartet in:Deutschland, Auffangstation
wartet seit:November (in Spanien seit August 2024)
geboren am:10.06.2018
Größe:ca. 64 cm
Mittelmeerkrankheiten: 
Patenschaft:Castellana würde sich über eine Patenschaft freuen.
Besonderheit:aufgeschlossen, freundlich
Adoptionsvoraussetzung: 
letztes Update:31.01.2026

Was wir über Castellana erzählen können ...


04.10.2024

Castellana wartet in Spanien im Tierheim von Andres entdeckt zu werden.

 

update 24.11.2024

 

Castellana ist bei uns angekommen.

Castellana hat sich sofort in ihre Hundegruppe eingefunden. Menschen mag sie sehr, zeigt bisher keine Ängste oder Unsicherheiten.

update 11.12.2024

 

Castellana hat ihren Koffer garnicht richtg ausgepackt. Kaum angekommen schon ein eigenes Sofa gefunden. Viel Glück!

Update 31.01.2026

Castellana - liebevoll Lana genannt - hat vor über einem Jahr ihr Zuhause gefunden und genießt glücklich ihr neues Leben - ihre Familie berichtet:

 

Castellana (wir nennen sie nur Lana) hat uns sehr verzaubert und wir können uns ein Leben ohne sie gar nicht mehr vorstellen :) Die ersten Tage war sie sehr zurückhaltend (als wolle sie keinen Platz einnehmen), aber nicht panisch, sondern wirkte eher so, als wolle sie bloß nicht "zu viel" sein und war so angepasst und ruhig, dass es einem fast das Herz gebrochen hat. Sie war vom ersten Moment an stubenrein, aber essen war am Anfang schwierig, sie hat nur sehr zögerlich und wenn dann auch nur kleine Portionen gegessen. Stück für Stück ist sie dann immer mehr aufgetaut und ihr Verhalten hat sich von dieser extremen Zurückhaltung und Anpassung zu einer entspannteren Ruhe und Souveränität verändert (egal ob Hunden, Menschen oder Geräuschen gegenüber). 

Ich bin im Alltag hauptsächlich für Lana zuständig und nach einigen Wochen hat sie das erste mal so richtig mit mir gespielt, da ist mir das Herz aufgegangen, als ich ihre fröhliche und freche Seite kennen lernen durfte, nach und nach hat sie dann zuerst immer länger mit mir gespielt, wenn wir irgendwo alleine waren und dann auch begonnen mit unseren Kindern und meinem Mann zu spielen (wobei mein Mann für sie immer noch einen ganz besonderen Stellenwert einnimmt, zu ihm ist sie ganz besonders lieb und himmelt ihn unglaublich an, wenn er von der Arbeit kommt) und dann auch auf der Hundewiese mit einigen Hundefreunden das Spielen angefangen.

Lana versteht sich generell mit allen Hunden, wobei sie sich stets auf die anderen Hunde einstellt, also unsicheren Hunden vorsichtig begegnet und Sicherheit bietet und dominanten Hunden mit Respekt oder Abstand gegenüber tritt. Respektlosen Hunden zeigt sie deutlich Grenzen, ohne aber dabei zu schnappen oder zu provozieren und Welpen versucht sie regelmäßig zu erziehen und zu schützen. Ich habe bei Lana sehr viel über die Körpersprache von Hunden gelernt, weil sie selbst so gut und fein kommunizieren kann und mit fast jedem Hund dem wir begegnen eine Ebene findet. Vor allem bei Welpen und Junghunden blüht sie auf und zeigt sich von ihrer mütterlichen Seite, sie spielt dann ganz besonders intensiv und fröhlich, je nach Charakter des Welpen dürfen diese sich entweder sehr viel herausnehmen oder werden auch mal ganz eindeutig erzogen, wenn sie zu frech werden (aber immer absolut angemessen, sie ist nie zu hart). 

Wir haben also relativ schnell gemerkt, dass Lana ein sehr sozialer Hund ist und fast jede Situation auf der Hundewiese alleine managen könnte. Trotzdem waren wir (und sie auch) in den ersten Monaten manchmal sehr unsicher, wenn wir Lana doch mal aus einer Situation rausrufen mussten und konnten uns aber zum Glück mit unseren Fragen nochmal an unsere Vermittlerin Tanja wenden. Während einem Telefonat mit ihr ist mir aufgefallen, dass wir Lana in der Regel nur aus Situationen rausgerufen haben, in denen wir wegens ihres Jagdtriebes o. ä. unsicher waren, aber dann manche Situationen haben laufen lassen, in welchen sie bedrängt wurde, da sie dies immer so gut selbst zu regeln schien. Wir begannen also, sie auch in diesen Situationen zu rufen und bemerken sofort, wie gut ihr das tat und wie dankbar sie noch mehr unsere Nähe zu suchen begann, sobald ihr etwas zu viel wurde. 

Dieses Verteidigen und Schützen von Lanas Raum hat unsere Beziehung sehr gestärkt, und in solchen Situationen gab es auch die ersten Momente, in denen mir klar wurde, wie extrem sensibel Lana trotz ihrer ganzen Ruhe und Souveränität ist, da ihre Reaktion auf diese kleinen Hilfsangebote meinerseits (herrufen und schützend vor sie stellen etc.) von solcher Nähe, Dankbarkeit und im Anschluss dann Leichtigkeit im Spiel geprägt war, dass wir uns manchmal fragen, ob Lanas Ruhe und Souveränität, welche sie so oft an den Tag legt, vielleicht teilweise auch einfach ihre Überlebensstrategie war und ist, um Konflikte und Stress auszuhalten oder wenn möglichst zu vermeiden.

Mittlerweile ist sie zwar immer noch eher ruhig, fordert ihre Hundefreunde und uns aber regelmäßig selbstständig zum Spielen auf, auch Fremde findet sie super, bei einigen Freunden von uns, die sie ganz besonders toll findet, ist sie in den letzten Monaten sogar immer stürmischer geworden und möchte dann gerne Küsschen ins Gesicht geben oder tabst absichtlich auf den Füßen und Schuhen der Personen herum, um ja ausgiebig genug begrüßt zu werden. Da sie das aber auf ihre süße und zarte Galgo-Art tut, kommt sie damit auch immer bei den Leuten durch. Wir sind uns daher relativ sicher, dass sie bei ihrem Jäger keine ganz schlimmen Erfahrungen gemacht haben kann, da sie bisher ausnahmslos allen Menschen mit Freude und Offenheit begegnet ist. Dass sie in Spanien jedoch sichere Räume und Rückzugsorte hatte, bezweifeln wir mittlerweile trotzdem, da sie tiefes Schlafen die ersten Monate kaum gewöhnt zu sein schien. Oft lag sie mit offenen Augen am Dösen in unserer Nähe, bewegte man sich zu nah bei ihr schreckte sie auf, erstarrte und brauchte dann wieder eine Weile um richtig  Entspannung zu finden. War sie jedoch richtig wach, waren schnelle Bewegungen, auch von den Kindern, von Anfang an kein Problem. Erst nach einigen Monaten hat sie dann begonnen so tief zu schlafen, dass sie mit ganz geschlossenen Augen, leisem Bellen und zuckenden Beinen im Schlaf richtig träumte, so wie wir es auch von unserem alten Hund kannten, und dabei war es dann auch egal wie nah oder fern wir ihr waren.

Lana ist mittlerweile gut angekommen und futtert, schläft und kuschelt mit Leidenschaft. Sie lässt alle Vorsorge-Untersuchungen beim Tierarzt lieb über sich ergehen, auch die zweiten Checks auf Mittelmeerkrankheiten waren negativ. Beim Impfen hat sie eine Reaktion gezeigt, allerdings nicht dramatisch allergisch, sondern nur schmerzhaft geschwollen (mit leichten Schmerzmitteln war es dann kein Problem mehr). Das erste Silvester letztes Jahr hat Lana noch etwas beunruhigt (vor allem die einzelnen Böller und Lichter an den Abenden davor), dieses Jahr hat sie sich jedoch gar nicht dafür interessiert, an Silvester selbst war sie nur während des Feuerwerks etwas unzufrieden, da sie dann auf einmal alleine auf dem Sofa saß und für 15 Minuten nicht mehr gekuschelt wurde, da wir alle das Feuerwerk angeschaut haben.

Generell machen wir oft Späße und nennen Lana dann Lady, da Castellana ja übersetzt Burgherrin heißt und sie eine wirklich königliche Haltung einnimmt, wenn sie auf dem Sofa im Kinderzimmer sitzt und sich von unserem älteren Sohn auf dem Klavier etwas vorspielen lässt oder auch wenn sie tiefe Enttäuschung ausstrahlt, weil sie unser Essen nicht bekommt und uns dann vom Flur aus ansieht, als wären wir ihrer unwürdig. 
Die zweite Bedeutung ihres Namens "Goldstück" beschreibt Lana aber eigentlich viel besser. Sie macht es einem leicht sie zu lieben und wenn man gerade denkt man kennt sie, dann zeigt sie einem eine weitere bezaubernde Seite ihres Wesens und schnuffelt sich noch tiefer in unsere Herzen. Lana ist lustig und tollpatschig, sie ist sensibel, sanft und liebevoll, sie ist aber auch stark und mutig ohne dabei aggressiv oder aufdringlich zu sein. Sie liebt Kinder, und wie bei anderen Hunden scheint sie auch bei Kindern zu spüren, welches Kind ein Küsschen möchte und braucht (unser jüngerer Sohn beispielsweise) und welches Kind Zeit und ruhiges Auftreten braucht. Als unser Jüngster diesen Herbst mit der Grippe flach lag, ist Lana ihm zwei Tage nicht vor der Seite gewichen und wir mussten sie für Pipirunden mit sanfter Gewalt vom Sofa holen. Wenn unser Großer von der Schule kommt und aufgrund seines Autismus völlig gestresst ist, dann liegt sie bei ihm und lässt sich streicheln bis es ihm wieder besser geht. 

Dass Lana bei uns eingezogen ist, war ein wahres Geschenk für uns, vor allem unser älterer Sohn hat sehr unter dem Verlust unseres alten Hundes gelitten, welcher 2022 mit 15 Jahren verstorben ist, und hat jetzt mit Lana wieder eine Seele gefunden, mit der er sich auch ohne Worte versteht, wenn ihm alles zu viel ist und deren liebevolles und sanftes, aber trotzdem auch lustiges Wesen ihm immer wieder hilft, im Alltag zur Ruhe zu kommen und Freude zu empfinden. Auch Lana genießt das Leben mit den Kindern, sie hat im Schlafzimmer einen Platz, an dem niemand sie berühren darf, aber diesen Platz nutzt sie nur manchmal nachts zum Schlafen, tagsüber ist sie am liebsten auf dem Sofa im Kinderzimmer oder dackelt uns hinterher und ist einfach gern in unserer Nähe. 

Natürlich ist aber nicht alles perfekt, wir haben zum Beispiel bemerkt, dass Lana bei Nervosität manchmal Schwierigkeiten mit ihrer Blase hat (wenn Besuch da ist, dann geht manchmal etwas daneben, auch wenn sie vor kurzem draußen war und sonst normalerweise immer anzeigt, wenn sie muss). Lana hat außerdem einen sehr starken Jagdtrieb und reagiert auf alles, was klein und flauschig ist, so extrem, dass man sie an Eichhörnchen, Katzen, Mäusen, Igeln usw. mehr oder weniger vorbei ziehen muss, da sie dann absolut nicht mehr ansprechbar ist und nicht mal auf Leckerli reagiert. Kleine Hunde sind zum Glück okay, sobald sie den Hundegeruch einmal in der Nase hat, deswegen sind wir sogar auf der Hundewiese vorsichtig beim Spielen lassen. Wir haben aber mittlerweile eine Gruppe von anderen Galgobesitzern kennengelernt und treffen uns jetzt immer einmal die Woche auf einem Trainingsplatz von einer Hundeschule und das ist immer ein Highlight für die Hunde. Wenn mal wieder ein Galgo von euch hier in die Nähe vermittelt wird, könnt ihr auch gern meinen Kontakt weitergeben, damit diese bei Bedarf auch daran teilhaben können.

Bei allem, was der Alltag bei einer Familie so an Herausforderungen für einen Hund bereit hält, ist Lana dabei und meistert alles sehr lieb und geduldig, trotzdem merken wir aber doch immer wieder, wie sensibel sie ist und dass sie regelmäßige Ruhepausen braucht. Die Zeiten, in denen Lana und ich zu zweit sind und ganz in Ruhe spazieren gehen oder in denen sie einfach neben mir liegt, wenn ich daheim arbeite oder lerne, genießen wir beide sehr, da wir in diesen Zeiten wirklich Entspannung und Ruhe genießen können ohne einsam zu sein. Vielen Dank an Tanja nochmal, dass sie so ein tolles Gespür hatte und so eine wundervolle Begleiterin für uns gefunden hat!