MARTE wurde von seiner neuen Familie, uns = ein Galgo, zwei Podencos, ein Ehepaar (keine Kinder, große Garten, große Wohnung mit sieben großen Hundebetten) und viel Ruhe – alles auf Angsthunde aus- & eingerichtet – freundlich, interessiert, und vorsichtig, mit Zurückhaltung empfangen. Dennoch der übliche Start mit einem Angst-/Panik-Hund (wie wir wissen, da wir seit 1996 nur Notfall-Windhunde haben).
Nun, ein Jahr und zwei wunderbare Urlaube später, konnten wir/seine Familie und die Zeit einiges heilen – wir haben aber dennoch einen weiten Weg vor uns, und die Zeit dafür nehmen wir uns:
- MARTE lacht – wir hatten noch nie einen Hund der lacht, MARTE tut es: kneift die Augen zusammen, der Mund/die Schnauze weit lächelnd nach hinten gezogen, tanzt er auf allen 4 Füßen und wippt hin und her im Takt des wedelnden Schwanzes.
- Der lachende Tanz vor dem Essen wird dann noch in den nächstgelegenen Hundekorb verlegt: 1. Reihe fußfrei, um alles genau zu sehen, was da in den Napf kommt.
- Er frisst mit Leidenschaft und putzt sich danach feinsäuberlich ab und auch die Polster im Hundekorb, den er dafür wählt.
- Der Toilettenplatz wird nun immer genutzt (ich konnte die Putz-Utensilien nach ca. 11 Monaten final verräumen – uff!).
- Er schläft nun tief und fest – und ich bin froh: ohne Albträume!
- Er hat Vertrauen und läuft nicht mehr davon wenn man sich nähert.
- Wenn die anderen Drei gestreichelt werden, will er das auch und startet seinen Freudentanz – fiept und „beat-boxt“ dazu, soll heißen, er urgiert für sich dieselben Streicheleinheiten.
- Manchmal, meist morgens oder kurz vor dem Schlafengehen, kommt er und reibt sich fest an mich, drückt seinen Kopf und Körper an mich und will dass ich ihn lieb habe – dann wird natürlich zusätzlich geknuddelt.
- Er grunzt genüsslich und streckt sich unter meinen Händen, wenn er ausgiebig gestreichelt wird – wobei die Reihenfolge der Rangordnung natürlich eingehalten werden muss, alle Augen sind immer auf mich gerichtet, geduldig zwar, aber nicht dass einer der vier „weniger“ bekommt als ein anderer.
- Er kuschelt jeden Abend auf der Couch an meiner Seite, kommt immer selbst – hält die Nähe aber noch nicht lange aus, er arbeitet daran.
- Er arbeitet auch daran mutig zu sein, sich was zuzutrauen, neugierig zu sein: seit kurzem frisst er Gras und interessiert sich für das Mäuseloch-Graben der anderen drei Hunde (seine Vorbilder und sein Leitsystem).
- Bei Anfahrt zu seinen Lieblingsspaziergängen beginnt er im Auto zu fiepen und zu winseln und zu „beat-boxen“, sobald er den Weg erkennt.
- Er geht super an der Leine – das gibt ihm Sicherheit.
- Er ist Leishmaniose inaktiv.
- Er weiß nun endlich, dass
- er hier bei uns zuhause ist, dass er ein Teil dieses Rudels/dieser Familie ist, welchen Platz er hier bei uns einnimmt;
- er in den Urlaub fährt und überallhin mitgenommen wird, dass wir nach einigen Stunden verlässlich wieder von der Arbeit etc. nach Hause kommen - er WEISS es ...
- ... Und: endlich gibt MARTE meinem Mann die Chance, ihm zu zeigen, dass er von ihm geliebt wird, dass er auch ihm vertrauen kann, auch bei ihm sicher ist - und er glaubt meinem Mann, zwar noch zaghaft, aber die zwei nähern sich gerade täglich mehr an.
MARTE ist glücklich; er kann jetzt erstmals rausfinden wer er wirklich ist, was seine Stärken sind uvm.
Man sieht jeden Tag mehr, wie seine wahre Persönlichkeit sich entfalten kann: fröhlich, sanft, neugierig, stolz und selbstbewusst - die Details finden wir gerade gemeinsam heraus!
...Wir haben Zeit, wir haben ihm Sicherheit und Geborgenheit und Ruhe und Halt und Stabilität gegeben, nun kann er wachsen.