Eli

Eli II

Geschlecht:Hündin, kastriert
wartet in:Deutschland, Auffangstation
wartet seit:Sept. 2026 (bei der FBM seit Mai 2026)
geboren am:01.01.2020
Größe:ca. 57 cm
Mittelmeerkrankheiten:negativ
Patenschaft:Eli würde sich über eine Patenschaft freuen.
Paten:Priska Dörflinger
Besonderheit:schüchtern, unsicher bei Neuem, schließt sich ihrer Bezugsperson eng an, kennt noch nicht viel von der Welt
Adoptionsvoraussetzung:keine Katzen, ländliches Umfeld, Garten
letztes Update:24.09.2026

Was wir über Eli erzählen können ...

20.08.2026

Eli wurde zusammen mit Dehesa, Careta und Tigre bei der FBM abgegeben. Dehesa ist bereits bei uns, der Rest der Familie kommt auch bald zu uns.

update 23.09.2026

Die kleine Eli war nach der langen Reise aus Spanien bei ihrer Ankunft in unserer Auffangstation vor zwei Wochen ziemlich durcheinander, rannte vor uns davon und verschanzte sich für vier Tage in einer der Außenhütten. Das Blockhaus mit seinem Komfort und die Gesellschaft der anderen Galgos konnten sie nicht locken. Futter rührte sie nicht an. Man hätte meinen können, dass sie fürchtete, der Himmel, der sich über dieser für sie völlig neuen Welt wölbte, könnte ihr auf den Kopf fallen.

Tanja, unsere Verhaltenstrainerin, nahm Eli deshalb notfallmäßig mit nach Hause, denn so konnte es nicht weitergehen mit Eli. Da Tanja nicht nur mit drei Galgas, sondern auch mit Katzen zusammenlebt, war das ein gewisses Risiko, aber einen Versuch wert. Leider stellte sich sehr schnell heraus, dass Eli nicht katzenkompatibel ist. Sie toleriert die Katzen so lange, wie ein Mensch mit im Raum ist, doch kaum mit den Katzen allein, jagt Eli diese mit eindeutiger Absicht. Zur Sicherheit der Katzen musste Eli also wieder zurück in die Station ziehen, doch war ihr kurzer Ausflug dennoch nicht umsonst, denn wir haben viel über Eli gelernt und sie hat sich seitdem positiv verändert. Aber wir wollen von Anfang an berichten.

Galgomix Eli wurde im Mai 2026 zusammen mit drei Geschwistern aus verschiedenen Würfen – Dehesa, Careta und Tigre – von ihrem Jäger bei der Fundación Benjamín Mehnert abgegeben. Alle vier waren verängstigt, als sie dort ankamen. Sie mussten ihr Leben offenbar unter harten Bedingungen, weggesperrt in einem Verschlag oder Erdloch ohne viele Außenreize, fristen. Elis Zähne sind abgeschliffen oder nicht mehr vorhanden, obwohl sie erst sechseinhalb Jahre alt ist. Vielleicht hat sie als Folge der anhaltenden Isolation an den Gitterstäben genagt oder auf harten Gegenständen gekaut, um ihren Hunger zu betäuben. Jedenfalls müssen wir sie demnächst einem Tierarzt vorstellen, um ihre Zähne beziehungsweise das, was davon übrig ist, sanieren zu lassen.

Natürlich hat das harte Leben auch seelische Spuren bei Eli hinterlassen, doch ist sie dem Menschen zugetan, sobald sie einmal Vertrauen gefasst hat. Eli wartet förmlich darauf, sich einem Menschen anschließen zu dürfen, dem sie dann kaum noch von der Seite weicht – ein menschlicher Schutzschild vor den Schrecken des Lebens. Diese tiefe Sehnsucht, beschützt zu werden und das Vertrauen, das sie einem dabei entgegenbringt, gehen einem ans Herz. Zu Fremden nimmt Eli ganz zart und in geduckter Haltung Kontakt auf und steckt ihr Näschen hin, wenn ihre Bezugsperson ihr dabei Halt gibt.

Den Ausflug zu Tanja hat Eli erstaunlich gut gemeistert. Sie stieg selbständig ins Auto und blieb auf der Fahrt ruhig. Das Haus hat sie sich gleich als ihren sicheren Hafen auserkoren. Eli verhielt sich dort von Anfang an so unauffällig, dass man manchmal geneigt war zu schauen, ob sie überhaupt noch da war. Sie suchte sich gleich ein Hundebettchen und machte sich ganz klein darin. Bloß nicht auffallen! Eine Überlebensstrategie, die Eli offenbar verinnerlicht hat. Mann und Teenager wurden ohne große Verunsicherung akzeptiert. Als Tanja sich aufs Sofa setze, fragte Eli ganz vorsichtig an, ob sie auch dorthin dürfe und hat sich dann neben ihr niedergelassen. Danach war das Sofa ihre Burg, von der aus sie das Geschehen im Haus beobachtete. Sie verließ diese Burg nur, wenn sie sich im Garten lösen wollte oder um Tanja in den Garten zu begleiten. Auch nachts wollte Eli nicht alleine sein und suchte die Nähe von Tanja oder deren Sohn. Eli braucht also in Zukunft eine verlässliche Bezugsperson, die ihr Halt bietet. Elis Bedürfnis nach Nähe zum Menschen ihres Vertrauens ist riesig und ihr Leitstern durch alle verunsichernden Situationen. Das dürfte auch der Hauptgrund für Elis Unbehagen in unserer Auffangstation sein, in der ein Kommen und Gehen herrscht und immer irgendwo ein Scheppern oder Bellen zu hören ist. Um diese Herausforderungen zu meistern, fehlt Eli dort der dauerhaft anwesende menschliche Leitstern.

Die Welt da draußen empfindet Eli noch als bedrohlichen Ort. Sie folgte Tanja aus freien Stücken in den Garten wie ein verhuschter Schatten und blieb ganz dicht bei ihren Beinen, doch ließ sie sich durch fremde Geräusche leicht verunsichern. Als ein Flugzeug vorbeikam, duckte sie sich ins nächste Gebüsch und kam wieder an Tanjas Bein, als die Gefahr vorüber war. Auch Gassigehen ist kein Problem für Eli, solange der Mensch, ihr sicherer Anker, an ihrer Seite ist. Bei unerwarteten Geräuschen duckt sie sich auch hier auf den Boden oder hüpft an der Leine ins Gebüsch in Deckung. Eli kennt also draußen nicht viel und man muss ihr auf ländlich ruhiger Strecke viel Zeit geben, um alles anzuschauen und zu verarbeiten. Sie sitzt viel am Bein des Menschen und beobachtet. Körperkontakt gibt ihr Sicherheit!

Eli ist eine ganz liebe, ruhige, schutzbedürftige Hündin, die man einfach unter seine Fittiche nehmen möchte, um all das Leid wiedergutzumachen, das sie bereits erfahren musste. Die Auffangstation sollte sie so schnell wie möglich verlassen dürfen. Wir wünschen uns für Eli sanfte, verständnisvolle und sehr herzliche Menschen, die sie an die Hand nehmen und ihr in kleinen Schritten die Welt zeigen. Ihr Zuhause sollte ländlich ruhig liegen und auch ein Garten sollte vorhanden sein, denn sie möchte alle ihre Geschäftchen draußen erledigen dürfen. Allerdings geht sie noch nicht alleine raus und möchte hierbei menschlichen Geleitschutz haben. Wo ist der menschliche Leitstern, an dessen Seite Eli erfahren darf, dass dieses Leben voller Glückmomente steckt?

 

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Ansprechpartner:Bianca Seefeld
Email:bianca.seefeld@galgorettung-fs.de
Tel.:09173 79916
Ort:91177 Thalmässing