| Geschlecht: | Rüde, kastriert |
| wartet in: | Deutschland, Pflegestelle im fränkischen Seenland |
| wartet seit: | Dez. 2023 (bei der FBM seit Juli 2023) |
| geboren am: | 16.06.2021 |
| Größe: | ca. 66 cm |
| Mittelmeerkrankheiten: | Anapl. positiv (behandelt, jetzt negativ), Rest negativ |
| Patenschaft: | Nenufar würde sich über eine Patenschaft freuen. |
| Paten: | Julian A., Letizia Fischer |
| Besonderheit: | freundlich, sehr sanft, fröhlich, sozial, noch unsicher bei Fremden und Männern, aber mag Kinder |
| Adoptionsvoraussetzung: | Zweithund, keine Katzen, ländliches Umfeld |
| letztes Update: | 27.01.2026 |
Nenufar wartet bei der FBM entdeckt zu werden.
Nenufar ist bei uns angekommen.
Anfangs zeigte er sich sehr schüchtern, ängstlich uns Menschen gegenüber. Nach ein paar Tagen aber wurde er neugierig und inzwischen freut er sich sichtlich, wenn man kommt und fordert einen auch schon zum Spielen auf. Er mag es nun auch, wenn er gestreichelt wird und liegt gern ganz nah.
In seiner Hundegruppe kommt er sehr gut zurecht, weiß was er darf und was nicht und geht Streit aus dem Weg. Beim Füttern kann er auch mal etwas frecher werden, aber er weiß auch genau, bei wem er das sein darf. Schlauer Hund!
Unauffällig. Unsichtbar. – Das sind die Stichworte, die einem spontan in den Sinn kommen, wenn man Nenufar beschreiben möchte. Dabei ist er ein wunderschöner, sehr freundlicher und fröhlicher drei Jahre alter Rüde. Ein Bild von einem Galgo mit dichtem, lackschwarz glänzendem Fell, aus dem ein weißer Tupfen auf der Brust hervorleuchtet.
Wieso Nenufar immer übersehen wird, ist uns wirklich ein Rätsel. Er ist nicht ängstlich, nur beim ersten Kennenlernen ein klein wenig unsicher, aber dann doch gleich dabei. Vor allem, wenn die Besucher zum Spaziergang aufbrechen und Nenufar mitnehmen, kann man ihn in Begeisterung versetzen. Beim Patentreffen Anfang Mai in unserer Auffangstation war Nenufar ein begehrter Begleiter und ständig unterwegs. Er geht ordentlich an der Leine, ist dabei aber auch neugierig und hüpft gerne mal seitlich zu einer Maus, wenn die todesmutig unseren Weg kreuzt.
In seiner Galgo-WG ist Nenufar voll integriert. Die Draufgänger, die Unsicheren – er kommt auf seine freundliche, unaufdringliche Art mit allen gut klar. Streit geht er aus dem Weg und pöbelt auch nicht am Zaun. Nur wenn ein anderer anfängt, lässt er sich bisweilen mitreißen. Wenn man ihm aber sagt, dass das unerwünscht ist, lässt er es sofort bleiben, denn er möchte für seine Menschen gerne alles richtig machen. Auf der Wiese rennt er fröhlich seine Runden und ist ein fairer, von allen geschätzter Spielgefährte.
Nenufar ist ein Mittelfeldspieler, der nicht den Ton angibt, aber auch nicht untergeht. Man findet ihn immer mittendrin; das ist der Platz, der ihm gefällt. Über Hundegesellschaft in seiner zukünftigen Familie würde Nenufar sich deshalb sicher freuen. Er wäre für jede kleine Gruppe eine absolute Bereicherung und den Menschen, die diesem Schatz ihr Herz öffnen, ein wunderbarer Gefährte.
Nenufar ist auf ein Pflegestellen-Sofa umgezogen. Er kann jetzt in der Nähe von Roth kennen gelernt werden.
Nenufars Pflegestelle berichtet:
Nenufar heißt übersetzt Seerose. Das passt. Er ist wunderschön und treibt bisher ganz still in den Geschehnissen mit. Ihm fiel die Umgewöhnung sichtlich schwerer als Joy, doch gibt es auch schnelle Fortschritte. Aber von vorn: Alles ist anders, alles ist neu und ganz bestimmt komplett verschieden zu dem, was er bis jetzt (kennen)lernen durfte. In der neuen Situation waren die leisesten Geräusche oder eine kleine Bewegung schon Anlass genug, dass er zusammenzuckte oder vor Schreck erstarrte. Normales Essen, Trinken, großes oder kleines Geschäft und sogar Hinlegen - dazu konnte sich Nenu nicht überwinden. Gutes Zureden oder nötige Distanz geben halfen nichts. Nenu ist am ersten Abend sprichwörtlich vor Erschöpfung im Stehen eingeschlafen. In sein neues Bettchen haben wir ihn hineingehoben, damit er nicht auf den Fliesen liegenbleiben musste. Aber wie bei Allem hilft oft 'eine Nacht drüber schlafen'. Und so war er am zweiten Tag bereits etwas aufgetaut. Essen wurde ohne Leberwurst-Garnierung verzehrt. Endlich wurden großes und kleines Geschäft verrichtet (wir hatten schon Angst, er würde platzen). Das Bettchen wurde von allein aufgesucht und von Frauchen und Töchterchen wurden ab und an kleine Streicheleinheiten eingefordert. Nenu ist ein zartes und sanftes Persönchen. An der Leine bemerkt man ihn nicht. Alles inkl. Leckerli nehmen wird mit höchster Achtsamkeit und Zurückhaltung getan, um möglichst nichts falsch zu machen. Einfach still und leise den Geschehnissen folgen. Er versucht sich an Joy zu orientieren. Kann sich aber (noch) nicht in jeder Situation überwinden und teilhaben. Wenn Joy als 'Schutzwall' zwischen uns steht, kommt er auch zu mir. Steckt seinen Kopf unter Joy hindurch und lässt sich die Ohren kraulen. Es wird noch eine Weile dauern, bis das Eis komplett getaut ist. Doch wie anfangs geschrieben - die ersten Fortschritte sind gemacht.
Nenufars Pflegefamilie berichtet:
Früh werden wir mittlerweile wedelnd begrüßt. Nenu ist sichtlich aufgetaut. Traut sich ins Wohnzimmer, beteiligt sich am Spiel, lässt Streicheleinheiten zu und fordert diese auch manchmal ein. Er kennt auch seinen Namen, kommt aber z. B. nur auf Abruf von den Damen ins Haus. Nenu kommt ganz offensichtlich mit Frauen besser zurecht. Männern gegenüber herrscht großes Misstrauen. Das konnten wir auch bei Gassibegegnungen und Besuch bestätigt sehen. Wer weiß, was er erleben musste. Nenufar ist seit der ersten Nacht stubenrein. Er wartet bis zum Gassi oder macht vorbildlich auf sich aufmerksam, wenn es eilig ist. Er läuft wie eine Feder an der Leine.
Jedoch hat er einen sehr stark ausgeprägten Jagdinstinkt entwickelt, je lockerer er wurde. Mäuse nebenbei beim Gassi suchen und fangen - kein Problem. So schnell kann man gar nicht schauen. Vögel, Katzen oder Feldhasen stellen zudem eine enorme Ablenkung für ihn dar. Hier heißt es höchst wachsam bleiben und diese möglichst mit ihm entdecken und Nenu’s Aufmerksamkeit dann auf etwas anderes lenken. Gelingt das nicht und bewegen sich die erspähten Tierchen dann auch noch schnell weg, entwickelt der zarte Kerl gar übernatürliche Kräfte.
Nenufars Pflegestelle berichtet:
Nenu hat im vergangenen Monat eine steile Entwicklungskurve hingelegt. Er spielt losgelöst mit Ersthund Joy, kommt abends auf die Couch kuscheln und ist im Haus präsent. Tagesablauf klappt und die ersten Trainingserfolge sind sichtbar. Frauchen folgt er wie ein Schatten. Mit Kindern harmoniert Nenufar. Früh gibt es am Schulbus immer ein paar Steicheleinheiten extra. Jedoch, hektische Bewegungen sind nichts für ihn. Schrecksekunden beschäftigen ihn ab und an länger, bis er wieder aus sich herauskommt. Alles in allem ist Nenu ein Bild von Galgo und super liebes Familienmitglied. Einzig – Männer. Das hat sich bisher nicht wesentlich verändert. Für Nenu wünschen wir uns: Eine Familie, wo hauptsächlich Frauen/Mädchen vorhanden sind oder seine Bezugsperson eine Frau ist. Zudem sollte ein geduldiger und auch sportlicher Ersthund vorhanden sein. Nenu liebt spielen und rennen. Unser anderer Windhund kommt sprichtwörtlich bei ihm aus der Puste. Das Zuhause von Nenu sollte ländlich gelegen sein für ausgiebige Gassirunden. Außerdem - zu viel Lärm oder Straßenverkehr machen ihn nervös und lenken zu sehr ab. Ein eingezäuntes, großes Grundstück wäre perfekt.

Neues von Nenus Pflegestelle:
Wir haben uns mit diesem Update bewusst viel Zeit gelassen. Nicht, weil es nichts zu erzählen gab, sondern weil Nenu genau diese Zeit gebraucht hat. Ende 2024 sah es oft so aus, als würde er auftauen und beim nächsten lauten Geräusch, einer ungewohnten Situation oder Besuch war er wieder zurück in seiner anfänglichen Angst. Es fühlte sich manchmal an wie der Film „50 erste Dates“: Vertrauen gewinnen, etwas passiert, alles wieder von vorn. Irgendwann war klar, dass nicht noch mehr Zureden, Streicheln oder Leckerli helfen würden, sondern Alltag, Ruhe und sein eigenes Tempo. Dieses vergangene Jahr hat er tatsächlich gebraucht. Komplett verarbeitet hat er seine Vergangenheit immer noch nicht, aber es hat sich sehr viel bewegt.
Im Alltag ist Nenu inzwischen gut angekommen auf seine ganz eigene leise und sanfte Art. Er hängt gern am Rockzipfel von Pflegemama oder Töchterchen und wenn es ihm zu viel wird, zieht er sich in sein Körbchen zurück. Er ist ein Frühaufsteher und „dirigiert“ seinen Menschen morgens zuverlässig zur Tür, wenn es pressiert. Ansonsten ist er stubenrein, schläft nachts durch und auch in Abwesenheitszeiten gab es schon sehr lange kein Malheur mehr. Seinen Wochenrhythmus kennt er sehr gut: morgens Gassi, Wintersachen anziehen z.B. funktioniert geduldig und kooperativ, inklusive Pfoten heben, sogar hinten. Danach döst er im Arbeitszimmer, nachmittags geht es wieder raus, und abends wird auf der Couch gekuschelt. Zwischendurch gibt es diese „lustigen fünf Minuten“, in denen er mit seinem Hundekumpel Joy im Garten herumtobt. Da sieht man, wie viel Lebensfreude in ihm steckt.
Auch das Alleinbleiben klappt insgesamt gut. Bis zu vier Stunden zusammen mit Joy sind möglich. Wir haben das langsam aufgebaut und anfangs per Kamera begleitet, damit wir jederzeit hätten reagieren konnten. Es ist aber tagesformabhängig. Zudem „operiert“ er in dieser Zeit gern an seinen Kuscheltieren die Kleinteile ab. Also Ohren, Augen, Nasen, Beine, inklusive Pflegeetiketten werden von ihm entfernt. Für besondere Situationen hat sich zudem bewährt ihm gezielt etwas Zusätzliches zu geben, das er guten Gewissens zerlegen darf. Ein verstecktes Stück Pappe oder Papier funktioniert wunderbar. Dann wird daraus Konfetti, und die Wohnungseinrichtung bleibt uninteressant.
Draußen läuft Nenu vorbildlich an der Leine. Mit „Nenu, Fuß“ oder „Nenu, Seite“ bleibt er leicht hinter seinem Menschen und hält die Position. Im Feld oder Wald merkt man seinen Jagdtrieb, weil er dann mit Adleraugen und Radarohren jede Kleinigkeit wahrnimmt. Bei Hasen lässt er sich oft noch gut ansprechen, Katzen sind deutlich schwieriger und werden verbellt. Kleintiere sollten deshalb nicht im Haushalt leben. Laute Fahrzeuge und Traktoren verunsichern ihn, er meidet das und kann ins Zittern kommen. Eine ruhige, ländliche Umgebung passt klar besser zu ihm als Stadttrubel.
Bei Menschen zeigt sich weiterhin sein sanfter aber auch scheuer Kern. Kinder liebt Nenu sehr, unsere Tochter und er sind abends oft ein Kuschelteam auf der Couch. Bei Besuch zieht er sich erst einmal zurück und „checkt“ die Lage. Sobald er erkennt, dass alles in Ordnung ist und die Menschen bekannt sind, kommt er wedelnd an. Das sieht jedes Mal unglaublich putzig aus. Bei fremden Männern ist das Misstrauen im Kern noch da. Dann sucht er eher Abstand und Sicherheit. Gleichzeitig hat sich mit dem Pflege-Papa viel entwickelt. Nenu kommt auf Ansprache, genießt Kopf- und Ohrenmassagen und schläft dabei manchmal so entspannt ein, dass sogar die Zunge beginnt rauszuhängen. Zu schnelle Bewegungen oder wenn sich die Wege im Haus zu plötzlich kreuzen, kann ihn aber noch erschrecken, dann flüchtet er ins Körbchen.
Sicherung bleibt bei Nenu ein Thema. Er muss draußen stets angeleint sein! Im Garten versucht er nicht zu entkommen. Wir mussten aber eine frühere Buddelidee von ihm am Zaun entsprechend entschärfen. In der Wildsaison nutzen wir zusätzlich Doppelsicherung. Training läuft über Belohnung, Routine sowie Wiederholung und Nenu hat sich erstaunlich viel gemerkt: Sitz, Platz, Komm, warten vor Türen, und die Menschen mit Leine gehen zuerst.
Ein Punkt war uns außerdem besonders wichtig, und da sind wir bis heute sehr erleichtert. Der Mittelmeertest wurde noch einmal gemacht, alles ist negativ, auch Anaplasmose. Darüber sind wir glücklich. Beim Tierarzt verhält er sich vorbildlich, macht brav mit und bleibt ganz ruhig.
Was wir uns für Nenu wünschen, bleibt im Kern gleich: ein ruhiges, ländliches Zuhause mit viel Zeit, einem sicher eingezäunten Grundstück und idealerweise mit einem ‚im Ansatz‘ sportlichen sowie souveränen Ersthund, an dem er sich orientieren und mit dem er rennen kann. Eine weibliche Bezugsperson würde ihm sehr helfen. Und wenn ein Mann im Haushalt lebt, dann am besten jemand mit Geduld, Ruhe und dem Gespür, Nenu den Raum zu lassen, bis er selbst den Kontakt sucht. Nenu hat so viel Sanftheit und auch großes Potential in sich und mit viel Zeit wird er weiter aus dem immer kleiner werdenden Schneckenhaus herauskommen.
Wir freuen uns über Ihr Interesse an Nenufar. Bitte lesen Sie zunächst die Adoptionsgrundlagen und füllen die Adoptionsanfrage aus.
Sie haben Nenufar in Ihr Herz geschlossen, können ihn/sie aber leider nicht adoptieren? Übernehmen Sie doch eine Patenschaft für Nenufar.
Dann nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.
| Ansprechpartner: | Bianca Seefeld |
| Email: | bianca.seefeld@galgorettung-fs.de |
| Tel.: | 09173 79916 |
| Ort: | 91177 Thalmässing |