Lluvia II

Lluvia II

Geschlecht:Hündin, kastriert
wartet in:Deutschland, Pflegefamilie bei Nürnberg
wartet seit:März 2026 (in der FBM seit März 2025)
geboren am:10.08.2022
Größe:ca. 66 cm
Mittelmeerkrankheiten:negativ
Patenschaft:Lluvia würde sich über eine Patenschaft freuen.
Paten:Martina Zetzmann, Gabi + Hans-Joachim T.
Besonderheit:anfangs ängstlich, aber öffnet sich schnell, ausgeglichen, neugierig, sozial; rechter Hinterlauf amputiert 
Adoptionsvoraussetzung:wenig Treppen
letztes Update:19.04.2026

Was wir über Lluvia erzählen können ...


01.04.2025

Lluvia wartet bei der FBM auf ihre Menschen. 

Die zweieinhalb Jahre alte Lluvia gehörte zu einer Gruppe von Jagdhunden, die im März 2025 aus der Extremadura zur FBM kamen. Den Mitarbeitern fiel sofort auf, dass Lluvia sehr ängstlich ist. Sie weicht Blickkontakt aus und lässt sich kaum anfassen. Außerdem hinkte Lluvia. Untersuchungen ergaben, dass ihr rechter Oberschenkel gebrochen ist.

Der OP-Termin steht. Daumen drücken, dass alles gut geht und Lluvia bald reisen kann.

update 13.03.2026

Viele der Galgos, die in unserer Auffangstation im Fränkischen Seenland ankommen, tragen Narben ihrer Vergangenheit an Körper und Seele. Aber bisweilen kommen Galgos zu uns, deren Leidensweg uns doch auf ganz besondere Weise erschüttert. So ging es uns mit Lluvia, einer dreieinhalb Jahre jungen, wunderschönen großen Galga, die vor einer Woche einen traurigen Anblick bot, als sie aus dem Transporter stieg.

Lange haben wir auf Lluvias Ankunft warten müssen, denn schon vor einem Jahr kam sie in die Obhut der Fundación Benjamín Mehnert und wurde seitdem im Hospital behandelt. Wir brauchten das Ok der Ärzte, dass Lluvia für die Reise stabil genug ist und nun war es endlich so weit! Lluvia durfte reisen. Der Weg dahin war lang und steinig. Wir wollen diesen Weg in groben Zügen nachzeichnen, denn wer, wenn nicht wir, soll ihre Geschichte erzählen?

Lluvia gehörte zu einer Gruppe von Jagdhunden, die im März 2025 aus der Extremadura zur FBM kamen. Lluvia war bei ihrer Ankunft sehr ängstlich und ließ sich von den Tierschützern kaum anfassen. Blickkontakt wich sie aus. Mit Menschen hatte sie offenbar noch keine guten Erfahrungen gemacht. Außerdem fiel den Mitarbeitern auf, dass Lluvia ihr rechtes Hinterbein schonte. Untersuchungen ergaben, dass sie eine alte Femurfraktur aufwies, mit der sie schon länger gelebt haben muss, bevor ihr Jäger sich ihrer entledigte. Ihr Leben war bis zu diesem Zeitpunkt geprägt von Angst, Vernachlässigung und Schmerz.

Durch die lange Zeit, die Lluvia mit dem unversorgten Bruch zurechtkommen musste, hatten sich Fehlstellungen ergeben, die der Chirurg der FBM Anfang April 2025 operativ zu korrigieren versuchte – jedoch mit begrenztem Erfolg, was bei der Versorgung alter Brüche nicht ungewöhnlich ist, denn der Körper hilft sich unterdessen, indem es selber für Stabilität sorgt. Es wurde eine Platte im Oberschenkel eingesetzt, doch der Oberschenkelknochen war bereits stark verkürzt. Zusätzlich hatte sich eine Fehlstellung im Knie gebildet, die sich operativ nicht korrigieren ließ und Lluvia dauerhaft – bis heute – bei jeder Bewegung zusätzliche Schmerzen bereitet, weil Knochen im Knie aneinanderreiben.

Als wäre das alles noch nicht genug, bildete sich im Bereich der eingesetzten Platte Anfang Juni ein Serom (eine Flüssigkeitsansammlungen in einem nicht vorgebildeten Gewebehohlraum), das operativ eröffnet wurde. Dann begann ein fataler Teufelskreis. Lluvia bekam ein Antibiotikum, das nicht anschlug, dann wurde kurzerhand auf ein anderes gewechselt oder nach dem Prinzip des Trial-and-Error eine Kombination verabreicht. Drei Monate wurde nach diesem Zufallsprinzip weitergemacht, ohne zu wissen, mit welchem Keim man es überhaupt zu tun hat. Endlich wurde Anfang September 2025 ein Antibiogramm veranlasst, um der Sache auf den Grund zu gehen. Die Vermutung bestätigte sich, dass man es mit einem multiresistenten Keim zu tun hatte, der nur auf zwei Antibiotika reagierte – nach Ausweis des Antibiogramms auf eins nur mittelmäßig und auf eins gut. Bedauerlicherweise setzte man zuerst das Antibiotikum ein, auf das der Keim nur mittelmäßig anspricht. Natürlich stellte man zwei Monate später fest, dass sich bei Lluvia keine Verbesserung zeigte und griff nun endlich zu dem Antibiotikum mit der als gut ausgewiesenen Wirksamkeit.

Die ganze Zeit befand Lluvia sich im Hospital der FBM und hatte zweifellos starke Schmerzen. Sie wurde mit Physiotherapie unterstützt, aber diese konnte natürlich keine Abhilfe schaffen, denn die Probleme lagen ja viel tiefer. Vor Lluvias Abreise wurde dann noch eine Schraube aus der Platte entfernt und so „austherapiert“ entstieg Lluvia dann Anfang März 2026 in unserer Auffangstation dem Transporter. Der rechte Hinterlauf baumelt nutzlos an ihr herab. Lluvia hat sichtlich Schmerzen. Natürlich haben wir umgehend einen Termin bei unserem Orthopäden ausgemacht, um zu klären, wie wir Lluvia helfen können. Leider bestätigte er das, was wir schon befürchtet haben. Die Fehlstellung und Verkürzung, dazu der multiresistente Keim… ihr rechter Hinterlauf hat keine Funktion, bereitet ihr nur Schmerzen. Die niederschmetternde Empfehlung des Spezialisten: Das Bein sollte so schnell wie möglich amputiert werden, um Lluvia weiteres Leid zu ersparen. So schwer es uns fällt, so sind wir gerade im Begriff, einen Termin für die Amputation auszumachen.

Lluvia zeigt sich in der Woche, die sie nun bei uns ist, etwas scheu und ängstlich, aber gewinnt doch schnell Vertrauen, wenn sie die Gelegenheit bekommt, den Menschen kennenzulernen. Unsere Fahrt zum Chirurgen hat schon zu einer Annäherung geführt. In der Gruppe der Galgos verhält sie sich bisher absolut unkompliziert und freundlich.

Nun heißt es nach vorne schauen und alles dafür tun, dass Lluvia ihr Leben endlich genießen kann. Eine unserer Pflegestellen, die bereits für viele Beinversehrte der erste sichere Hafen war, hat sich sofort für Lluvia gemeldet. Nach diesem langen Leidensweg wünschen wir uns für Lluvia möglichst bald eine eigene Familie. Ihr ganzes Leben bestand für Lluvia bisher aus Gewalt, Schmerz und Angst. Wer öffnet dieser Galga sein Herz und zeigt ihr, dass auch ein Galgoleben lebenswert ist?

update 27.03.2026

Nachdem die Entscheidung getroffen war, dass die Amputation von Lluvias rechtem Hinterlauf der einzige Weg sein kann, um ihr ein schmerzfreies und unbeschwertes Leben zu schenken, ging alles ganz schnell. Am 24. März wurde der Hinterlauf amputiert. Lluvia hat alles gut überstanden und konnte von ihrem Pflegepapa am nächsten Tag abgeholt werden. Die OP war etwas aufwändiger, da das Implantat mit der Haut verwachsen war. Nun erholt sie sich in ihrer Pflegefamilie von dem schweren Eingriff.

Schon am zweiten Tag nach der OP ging Lluvia mit ihren Galgokumpels wieder in den Garten und genoss die gelegentlichen Frühlingssonnenstrahlen. Die Pflegefamilie tut jetzt alles dafür, dass die Heilung problemlos verläuft. Nach Jahren voller Leid steht Lluvia nun am Beginn eines neuen Lebensabschnitts: einem Leben auf drei Beinen; einem Leben ohne Schmerzen.

War sie bei ihrer Ankunft in der Auffangstation noch recht ängstlich, so hat sich das im familiären Umfeld erstaunlich schnell verloren. Lluvia sucht die Nähe ihres Pflegepapas, ist neugierig und startet schon kleine, galgotypische Diebeszüge in die Küche. Einen Lieblingsplatz auf der Eckbank hat sie sich auch schon auserkoren. Lluvias Genesung wird noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, aber dann freut sie sich auf Besuch auf ihrer Pflegestelle in der Nähe von Nürnberg!

Update 19.04.2026

Neue Fotos von der hier etwas vorsichtigen, aber nicht ängstlichen Lluvia:
 

Hier sind die Bilder im Überblick zu sehen.

Sie möchten Lluvia ein neues Zuhause geben?

Wir freuen uns über Ihr Interesse an Lluvia. Bitte lesen Sie zunächst die Adoptionsgrundlagen und füllen die Adoptionsanfrage aus.

 

Sie möchten eine Patenschaft für Lluvia übernehmen?

Sie haben Lluvia in Ihr Herz geschlossen, können sie aber leider nicht adoptieren? Übernehmen Sie doch eine Patenschaft für Lluvia.

 

Sie möchten mehr über Lluvia erfahren?

Dann nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.
 

Ansprechpartner:Bianca Seefeld
Email:bianca.seefeld@galgorettung-fs.de
Tel.:09173 79916
Ort:91177 Thalmässing