Einblicke und Eindrücke in unser so vielschichtiges Leben mit gehandicapten Hunden.
Den fotografischen Fokus auf eher unscheinbare und gehandicapte Hunde zu richten, ist uns ein Anliegen - nicht nur das Perfekte, Optimierte, Reibungslose, Glatte, Problemlose … in den Mittelpunkt stellen.
Routinen und Muster zeigen, wie Hunde, die sich mit ihren Einschränkungen abfinden müssen, ihren Alltag genießen und bewältigen.
In diesem Sinn das Fazit:
“Der Mensch braucht seinesgleichen - nämlich Tiere, überhaupt Elementares, Wasser, Dreck, Gebüsch, Spielraum. Man kann ihn auch ohne all das aufwachsen lassen, […]. Er überlebt es, doch man soll sich dann nicht wundern, wenn er später bestimmte Grundleistungen nie mehr erlernt.”
- Alexander Mitscherlich -
Bei Interesse an der einen oder anderen Collage als großformatiges Plakat bitte einfach gerne Kontakt aufnehmen mit:
Karlheinz Seefeld
Email: kseefeld@t-online.de
Tel.: 09173 79916
Unsere wechselnden Teams über die vielen Jahre
Auf unserem Hundeauslauf – bequem von unserem Haus fußläufig in ein paar Minuten zu erreichen
Unzählige unvergessliche unterschiedlichste Hunde
Majestätisch abgehoben
Unverwüstlich stänkernd
Vorsichtig anhänglich nach Orientierung suchend
Seniorenhaft rüstig bis „tatterig“
Obwohl mit Rolli unterwegs atemberaubend agil und mobil,
Zart, fast „zaundürr“, pfeilschnell unterwegs
Zierlich, blind mit einem starken eigenen Willen
Fehlende Gliedmaßen durch enormes Bewegungsgeschick und einen überbordenen Bewegungsdrang vergessen lassend
Rotzfreche Entgleisungen durch charmantes Einschmeicheln überdecken
Durch anmutige Ausstrahlung körperliche Beeinträchtigungen vergessen machend
…
Unsere Hochachtung gebührt ihnen - In ihrem Leben viele Male enttäuscht, bauen sie immer wieder aufs Neue Zutrauen auf und schenken Vertrauen.
bei uns seit 22.07.2004 | † 27.09.2020
Ihr unbeirrbares, hartnäckiges Wesen ließ sie auch eine tückische Staupe Erkrankung aus ihrer Welpenzeit überwinden.
Ihr „charaktervoll“ deformierter, markanter Kopf mit flach im Kiefer liegenden Zähnen hatte etwas Einzigartiges.
Ihre Zunge führte stets ein Eigenleben und war kaum zu kontrollieren.
Beständig zuckte SiSi auf und ab. Si Si - Ja Ja - daher ihr Name.
Ihre einzigartige Ausstrahlung wird auch von ihren Hundefreunden anerkannt und im täglichen Umgang respektiert.
Mit ihrem ansteckend, sonnigen Wesen war sie ein beständiger Sonnenschein.
Plötzliche fehlgesteuerte Sprintattacken im Schlaf verschafften ihr Raum auf der Liegestatt.
Auf unserer eingezäunten Koppel können der wendigen und flinken Sprinterin und Pacemakerin nur wenige folgen.
Sie schenkte uns mit ihrem zauberhaften Charme 16 erfüllte, unvergessliche Jahre.
✳ 23. Februar 2017 | bei uns seit 27. Oktober 2017
Lonzo, der anhängliche vorsichtige Orientierungssucher
geboren am 23. Februar 2017
Von einem kleinen, vermickerten Hund mit einer starken Hautinfektion und Augenproblemen entwickelte er sich zu einem inzwischen fast 70cm großen schlacksigen Rüden.
Eine bestehende Orientierungsunsicherheit zieht sich durch sein gesamtes Dasein.
Seine Wahrnehmung folgt ganz eigenen Gesetzen.
Du rufst mich? Wo bist du? Wo soll ich hinkommen?
Auf diese Weise könnte er seine Gedanken einordnen – könnte man sie lesen.
Seine Wahrnehmungsprobleme haben sich mit der Zeit nicht gebessert, aber auch nicht verschlechtert. Man muss akzeptieren, dass Informationen bei ihm einfach etwas länger brauchen, um in seinem verschlungenen Hundehirn an die richtige Stelle zu gelangen.
Seine Verträglichkeit ist einzigartig.
Neuankömmlinge werden mit einem kurzen Nasenstuber und einem „Hey, wer bist jetzt du?“ kurz verbellt, um dann auf unserer Koppel in ausgelassene, ausdauernde, aber nie eskalierende Renn- und Kampfspiele verwickelt zu werden.
Seine Zurückhaltung, fast schon an Unterwürfigkeit grenzend, lässt ihn allen Pöbeleien bereits im Vorfeld aus dem Weg gehen.
Auch in hitzigen Wettrennen bleibt er ein fairer Competitor und geschätzter Spielkamerad.
Kommt es doch einmal zu einem Konflikt, sucht er Schutz und Hilfe bei seinem Menschen.
bei uns seit 1. April 2011 | † 30. Juni 2015
kommt am 01.04.2011 in unsere Welt
Ein nicht operables neurologisches Handicap „begleitete“ leider sein Dasein.
Er war ein ungemein umgänglicher freundlicher und stets aufgeschlossener Geselle.
Wir versuchten, ihm das Leben so normal wie möglich zu gestalten und ihn seine Beeinträchtigung - so gut es ging - vergessen zu lassen.
Sein etwas verträumter Blick auf die Welt ließ uns immer an einen Traumtänzer denken.
Er musste mit einem sehr eigenwilligen Bewegungsgefühl umgehen lernen.
Einmal aktiviert, war sein unermüdlicher Bewegungsdrang mitreißend und lud seine Hundekameraden oft zum staunenden Mitmachen ein.
Höchst kreative, individuelle Bewegungsmuster ließen uns oft an einen Ballettänzer denken.
Pirouette, Grand Jeté en Tournant, Attitude Derrière oder Arabesque gelangen ihm fast noch kreativer als dem russischen Tanzgenie Rudolf Nurejev.
Ob in der Gruppe, mit einem Partner oder auch als Einzeltänzer - seine Kompositionen zeugten stets von Einfallsreichtum und Abwechslung und ließen uns als begeistertes und höchst amüsiertes Publikum zurück.
Blanco verlor schließlich den aussichtslosen Kampf gegen seine Erkrankung und verließ diese Welt am 30.06.2015 und ließ uns mit vielen unvergesslichen Erinnerungen zurück.
bei uns seit 2. Februar 2009 | † 5. Oktober 2021
Gekommen um zu bleiben im September 2009. Erste turbulente Begegnung mit dem umtriebigen jungen Pubertier Tigger auf dem Jahresfest von GIN in Dreieich 2009.
Um seiner mitreißenden Wildheit zumindest für kurze Zeit Einhalt zu gebieten, wurde er von seiner damaligen „Entourage“ kurzerhand zur Mittagsruhe aus dem Verkehr gezogen. Für Tigger eine zutiefst empörende und vollkommen unverständliche Maßnahme.
Von Geburt an taub, musste Tigger sein Leben mit dieser Einschränkung meistern. Doch er ließ sich davon nicht aufhalten und bewältigte sein Leben mit Bravour, Selbstverständlichkeit und einer ganz eigenen Eleganz.
Mit natürlicher Souveränität und einem imposanten Auftreten verschaffte er sich stets einen ganz natürlichen Respekt bei seinen Hundepartnern.
Hatte er im Rudel einen bestimmten, leider bereits von einem anderen Rudelmitglied belegten Liegeplatz ins Auge gefasst, machte er dem jeweiligen „Opfer“ durch ausdauernde Präsenz unmissverständlich klar, dass er diesen Platz für sich beanspruchte. So blieb er ostentativ hinter seinem auserkorenen Konkurrenten stehen – geduldig und hartnäckig –, bis dieser schließlich seine Ambitionen akzeptierte und den Platz räumte.
Ein defekter Karabinerhaken an der Tiggerleine ließ ihn, voll überbordender Lebensfreude, meiner Hundegruppe voraus in den nahen Wald stürmen. Mein spontaner, reflexartiger Rückruf „Tigger!“ blieb bei einem tauben Hund natürlich völlig wirkungslos. Doch schon wenig später stürmte ein sichtlich empörter Tigger wieder aus dem Wald und signalisierte mit einem entsetzten Blick: „Ja, seid ihr denn wahnsinnig? Lasst ihr mich hier einfach mutterseelenallein zurück? Unglaublich …“
Und dann kommt der Moment, in dem du begreifst, dass auch bei diesem imposanten, ganz besonderen Lebewesen langsam die Kräfte schwinden – und dass es nun an dir ist loszulassen. So kam dieser schwere Moment im Oktober 2021.
✳ 20. Mai 2018 | bei uns seit August 2018
Strähnchen ist ein enorm patenter Hund. Mit seinem lustigen und quirligen Wesen lebte sich in unserem Rudel mit verschiedensten Galgos problemlos ein.
Die Hinterläufe des Whippetrüden sind von Geburt an deformiert und wurden nun schon mehrere Male in aufwendigen, leider aber erfolglosen Operationen von anerkannten Spezialisten saniert.
Weder die Mühsal der Operationen noch seine eher an ein Häschen erinnernde Fortbewegungsart können dem kleinen Gesellen etwas anhaben.
Vielmehr löst jeder Besuch bei uns sein lautstarkes, fast schon aufdringliches Begrüßungsritual aus.
Besonders attraktive Hundedamen lassen ihn quasi zum Galan werden und alles um ihn herum vergessen.
Alle unsere gewachsenen Rituale in und um unser Haus lernte er sehr schnell.
Seine überbordende Vorfreude vor dem täglichen Auslauf auf unserer Koppel treibt ihn zu ausufernden Kissenschüttel- und Deckenverschlepporgien in unserem Haus.
Das Handicap seiner gehemmten Hinterläufe kompensiert er bei Rennspielen unseres Rudels auf unserem Auslauf durch eine geschickte und vorausschauende Auswahl von spektakulären Abkürzungen.
Insgesamt ein inklusives Wesen, mit dem wir täglich so viel Zuneigung und Liebe austauschen dürfen.
✳ ca. 1. September 2021 | bei uns seit Februar/März 2022
Als Welpe lustig und zaundürr hat er sich kontinuierlich zu einem wahrhaftigen Powerpaket entwickelt.
Auf unserer Koppel ist er bei Verfolgungsjagden lautstark und in ausladenden Bewegungsmustern unterwegs.
Bei Spaziergängen wird jede Leine auf ihre Zugfestigkeit geprüft.
Mit vier Beinen würde wahrscheinlich die Leine reißen.
bei uns seit 29. März 2025
Es hat etwas gedauert, bis Jerry seine Zurückhaltung etwas abgebaut hat und sein Selbstvertrauen in unserem Rudel gewachsen ist.
Inzwischen ist er komplett bei uns angekommen und hat sich seine Stellung „erobert“.
Seine Bewegungsmuster bei Rennen auf unserer „Wiese“ sind von einer harmonischen Eleganz und Leichtigkeit geprägt.
Fast könnte man sagen: Hätte er vier Beine, könnte er auch fliegen.
bei uns seit Frühjahr 2016
Von Geburt an blind hat die zurückhaltende und vorsichtige Musa rasch ihren Platz bei uns gefunden und wird vom gesamten Rudel akzeptiert.
Besonders „Galan“ Strähnchen sucht ihre Nähe und liegt bevorzugt neben ihr.
Im Haus hat sich Musa gut integriert und bewegt sich trotz ihrer Blindheit erstaunlich sicher, zielgerichtet, wie auf Schienen.
Besucher im Haus – gleich ob Mensch oder Tier als Eindringliche identifiziert - werden von ihr mit lang anhaltendem, empörten Bellen begleitet, bis auch der letzte in der Umgebung Bescheid weiß, dass da jemand ist der sonst nicht hierher gehört.
Eine verwirrende Charaktereigenschaft – man könnte auch sagen Kratzbürstigkeit – bestimmt oft ihr Verhalten. Will man Musa streicheln und lockt sie deshalb zu sich, wird man von ihr oft durch ein spontanes Abwenden „brüskiert“ – ich will aber jetzt nicht.
...du musst mich schon extra aus meinem Lieblingsplatz locken, um mir vor dem Spaziergang auf die Hundekoppel mein schwarzes Halsband anzulegen.
So kann es einem auch passieren, dass sie selbst eine Bestechung mittels eines Leckerlies missachtet.
Musa – eben einfach etwas Besonderes – eine Prinzessin?
✳ 18. Februar 2017 | bei uns seit 2020 | verlässt uns am 20. Mai 2026
Aber all diese unglaublichen Beeinträchtigungen konnten für mich ihren Zauber nicht brechen.
Vom ersten Augenblick an war unsere gegenseitige Beziehung eng und tief.
Vielen anderen Menschen aus unserer Umgebung begegnete sie eher mit distanzierter Vorsicht und hielt einen erheblichem Sicherheitsabstand.
Häufig war dabei ihr begleitendes alarmiertes Bellen zu vernehmen.
Selbst mit ihren unfallbedingt steif wirkenden Hinterbeinen hatte sie enorme Freude an gemeinsamen Rennen mit ihren Hundegefährten auf unserer Wiese.
Eine seltsame Allianz verband sie mit Winner, einem weiteren inklusiven Gesellen aus unserer Galgogruppe. In großer Eintracht wurden exzessive, häufig ergebnislose Beutegrabungen veranstaltet.
Kaum ein Ausflug auf den Hundeauslauf verging dann, bei dem wir nicht vor dem Heimweg am Auslauftor extra noch auf die Ankunft der beiden warten mussten.
Leider wurde unsere Hoffnung auf einen Sieg über den Krebs nach der Extraktion ihres linken Auges nicht erfüllt und wir mussten Gala Mai 2025 nach mehr als fünf herrlichen gemeinsamen Jahren gehen lassen.
✳ 1. September 2016 | bei uns seit September 2017
Drizella nimmt dennoch voll am Leben bei uns teil. Sie hat ihren Rolli, der sie beweglich macht.
Sie hat ihr Rudel, in dem sie eine hohe Stellung hat.
Sie hat Bianca, der sie sagt, was sie will, was sie braucht.
Als Bewegungshilfe dient Drizella ein heftig beanspruchter Rolli, darin ist sie unglaublich mobil und präsent.
Er dient ihr für verschiedensten Einsatzbereiche:
Als Bewegungshilfe, Streitwagen, Rennbolide, Einsatzfahrzeug bei Verfolgungsjagden, Ruhekissen …
Wer sich dafür entscheidet, einen gelähmten/behinderten Hund aufzunehmen, der wird schnell lernen, dass man alles waschen kann. Pinkelei, Hundekacke im Hundebett, am Hundepopo … alles kein Problem.
Als Ausgleich dafür erhält man die Zuneigung und das absolute Vertrauen eines ganz besonderen Wesens wie Drizella.