Hund entlaufen - wir helfen Ihnen

Leider kam es in der Vergangenheit immer wieder vor, dass ein Hund - aus welchem Grund auch immer - auf und davon ist.

Aber was ist zu tun, wenn Ihr Hund plötzlich weg ist? Wie wird Ihr Hund sich verhalten, wie sollten Sie sich verhalten und was muss getan werden?

Wir haben hier die wichtigsten Punkte für Sie zusammengestellt und möchten Ihnen diese als erste Stütze mit an die Hand geben.

Auch nach der Vermittlung fühlen wir uns noch für unsere Hunde verantwortlich und werden Ihnen und dem Hund helfen!

Wir verfügen über gute Kontakte im gesamten Bundesgebiet und werden Ihnen bei der Organisation der Suche nicht nur beratend zur Verfügung stehen. Wenn es uns möglich ist, wird ein Suchteam vom Verein zu Ihnen kommen und Sie direkt vor Ort unterstützen.
 

Hund weg

  1. Unsere Erfahrung zeigt, dass der Hund immer, wenn auch in einigem zeitlichen Abstand, zu der Stelle zurückkehrt, an der er Sie verloren hat. Deswegen ist es wichtig, diese Stelle nicht zu verlassen oder nach Verständigungen sofort wieder dorthin zurückzukehren. Wenn es Ihnen möglich ist, kann auch das Fahrzeug mit geöffneter Tür/geöffnetem Kofferraum dort abgestellt werden.
     
  2. Verständigung folgender Stellen/Personen
     
    1. Geben Sie jemandem zuhause Bescheid. Daheim sollte jemand Ausschau halten bzw. warten.
      Gartentor für den Hund geöffnet lassen.
      Ggf. den Nachbarn bitten, Sie sofort zu verständigen, wenn der Hund nach Hause kommt!
       
    2. Informieren Sie die Polizei. Dies kann über die Nummer 110 geschehen oder über die Festnetznummer Ihrer örtlichen Dienststelle. Die Polizei wird Ihre Kontaktdaten notieren und Sie informieren, wenn über die Einsatzzentrale Sichtmeldungen Ihres Hundes eingehen. Von der Polizei erfahren Sie auch die Kontaktnummer des … (weiter Punkt 3)
       
    3. Jagdpächters. Geben Sie ihm Bescheid, dass er in seinem Gebiet nach dem Hund Ausschau halten kann.
       
    4. Unsere Hunde sind alle bei Tasso registriert. Melden Sie dort online über das Webformular, dass Ihr Tier vermisst wird. Oder rufen Sie die 24-h-Hotline von Tasso an und teilen Sie mit, dass Ihr Hund entlaufen ist.
       
    5. Verständigen Sie unseren Verein und das örtliche Tierheim.
       
    6. Informieren Sie Passanten im Suchbereich. Die Erfahrung zeigt, alle wollen helfen! Gassigeher, Spaziergänger, Anwohner, Landwirte, Sportler usw. Die Sichtmeldungen der verschiedenen Personen sind enorm wichtig für die Suche. Hinterlassen Sie Zettel mit Ihrer Telefonnummer, einem Bild des Hundes und dem Hinweis „KEINE EINFANGVERSUCHE!“ an Zuwegen zu Waldgebieten, Straßen, Bushaltestellen usw.  
       
    7. Verkehrsmeldungen können über die Polizei veranlasst werden, sollte der Hund sich einer Autobahn nähern oder eine Ortsverbindungsstraße mehrfach kreuzen. Auch eine Verständigung der Deutschen Bahn bei Gefahren an einer Bahnstrecke kann über die Polizei veranlasst werden.
       
  3. Absicherung
    Stellen Sie zur Absicherung Warndreiecke an nahegelegenen Landstraßen auf, wenn der Verdacht besteht, dass der Hund diese kreuzt, so dass die Verkehrsteilnehmer auf die Gefahr hingewiesen werden und zum Langsamfahren animiert werden.

 

Im weiteren Verlauf

  1. Richten Sie Futterstellen ein. Das sind Örtlichkeiten, an denen immer Futter vorhanden seien soll. Ziel ist es, dem Hund einen Platz zu bieten, an dem er immer wieder zurückkehren und irgendwann gesichert werden kann, d. h. ihn anfüttern an dieser Stelle.

    Hinweis: Wildtiere wie z. B. Fuchs, Ratte usw.  gehen in der Regel nicht tagsüber an das Futter. Wenn das Futter tagsüber verschwindet, ist es ein gutes Zeichen dafür, dass es sich ein Hund geholt hat.
     
  2. Anbringen von Wildkameras. In Bereichen der Futterstellen oder im Umkreis der Sichtmeldungen sollten Wildkameras angebracht werden um festzustellen, ob der Hund diesen Ort öfter aufsucht und um die Zeiten festzuhalten.
     

Bei Sichtmeldung des Hundes

  1. Suchen Sie die gemeldete Örtlichkeit - wenn möglich - allein(!) auf.
     
  2. Verhalten Sie sich ruhig, auch wenn das in dieser Situation sehr schwer fällt!
     
  3. Aber bedenken Sie: Nur weil Sie Ihren Hund noch nicht sehen können, heißt es nicht, dass er Sie nicht schon längst beobachtet! Hektisches Verhalten könnte ihm Angst machen und ihn davon abhalten, zu Ihnen zu laufen!
     
  4. Ideal wäre es, einen zweiten Hunddabei zu haben, den Sie für eine erste Kontaktaufnahme allein zu dem Hund schicken könnten (Schleppleine!)
     
  5. Verläuft die Begegnung zwischen den Tieren gut, gelingt es vielleicht, dass er sich diesem Hund anschließt und so in einen Bereich (Garten o. ä.) geführt werden kann, in dem er gesichert werden kann.
     
  6. Gehen Sie nie frontal auf das Tier zu! In der Hundesprache wird ein frontales Zugehen als Angriff gewertet. Auch ein Anstarren Ihrerseits oder schon ein Ansehen kann der Hund als Drohgebärde verstehen.
     
  7. Gehen Sie in einem leichten Bogen langsam und vorsichtig in Richtung des Tieres. Achten Sie auf Beschwichtigungssignale Ihres Hundes (wegsehen, Kopf wegdrehen, ducken, zurückweichen, gähnen). Wenn diese einsetzen, droht ein Davonspringen. In diesem Fall den Abstand zu Ihrem Hund NICHT noch weiter verringern.
     
  8. Versuchen Sie Ihrerseits beschwichtigende Signale zu senden. Dies können Sie durch einfaches Wegsehen, Tempo verringern, Zurückweichen, Kleinmachen, tun.
     
  9. In die Hocke gehen, absetzen wenn möglich.
     
  10. Versuchen Sie, das Tier mit Leckereien zu locken. Kommt es nicht auf Sie zu, werfen Sie vorsichtig(!) ohne hektische Bewegung die Leckerei in immer kürzeren Abständen, um den Hund  anzulocken. Geduld! Der Hund wird versuchen, Ihre Witterung aufzunehmen und sich erst nähern, wenn er die Situation für sich als gefahrlos einschätzt!
     

Nähert sich der Hund

  1. Keine schnellen Bewegungen auf ihn zu. Warten, bis er angekommen ist und gesichert werden kann.
     
  2. Weicht er wieder zurück, Geduld bewahren und noch einmal mit dem Anlocken beginnen.
     
  3. Wenn er nicht bis auf „Griffnähe“ herankommt, unternehmen Sie einen Gehversuch in Richtung ihres Autos/Zuhauses und schauen Sie, ob er Ihnen folgt. Auch hier können Sie mit Leckereien locken, indem Sie diese im Gehen fallen lassen.
     

Bestimmte Einsatzmittel

  1. Lebendfalle: Das Aufstellen einer Lebendfalle muss vom örtlichen Jagdpächter genehmigt werden. Die Falle muss mehrfach am Tag kontrolliert werden. Eine solche Falle kann über das örtliche Tierheim bereitgestellt werden.
     
  2. Spürhunde: Es gibt sog. Pet-Trailer. Hunde, die auf die Verfolgung von anderen Tieren trainiert sind. Diese können über das Internet erfragt und gebucht werden. Achtung: Es fallen Kosten an!
     
  3. Distanzinjektion durch Tierarzt: Wenn ein Tier aus irgendwelchen Gründen nicht selbst gesichert werden kann, ist es möglich, dass ein Tierarzt ihm ein Betäubungsmittel schießt. Dies ist allerdings mit einem Risiko für Ihr Tier verbunden, da das aktuelle Gewicht nur geschätzt werden kann. Somit besteht die Gefahr einer Überdosierung. Auch im Fall einer Unterdosierung kann es sein, dass sich das Tier verkriecht oder auf die Straße taumelt. Bei der Frage, welcher Tierarzt dies vornehmen könnte, kann ihr örtliches Tierheim Auskunft geben.

 

Speichern Sie sich beizeiten alle wichtigen Telefonnummern in Ihrem Handy ab.
So können Sie unverzüglich mit der Benachrichtigung aller wichtigen Kontakte beginnen, denn: Zeit spielt beim Aufsuchen eines verängstigten Tieres eine enorm wichtige Rolle!


OBERSTES GEBOT: KEINE ZEIT VERLIEREN!

Je schneller und umsichtiger Sie reagieren, desto besser stehen die Chancen für Ihren Hund!
 

  1. Ruhe bewahren – auch wenn es noch so schwer fällt.
     
  2. Verlassen Sie die Entlauf-Örtlichkeit nicht!
     
  3. Falsche Scham ist jetzt völlig fehl am Platz!
    → Bitte informieren Sie umgehend telefonisch folgende Stellen/Personen:
     

Galgorettung Fränkisches Seenland e. V. (Festnetz)
Bei mangelnder telefonischer Erreichbarkeit bitte kurze Email: info@galgorettung-fs.de

09173  79 916

TASSO (24-h-Hotline)

06190  93 73 00

[Tasso-Registrierungsnummer]

 

[Chip-Nummer]

 

Tierarzt

 

Tierheim

 

Örtliche Polizei

 

Vertraute Person

 

Nachbar

 

Alle unsere oben genannten Hinweise können Sie sich hier als PDF herunterladen.